
Conjuring Dionysus – Eine tänzerisch-fotografische Anrufung
Begleitende Ausstellung zur Uraufführung von Urban Dionysus
Fr, 15. bis Sa, 23. Mai, ganztägig
FatCat – Glasaußenwand der BlackBox
„Dionysus poses a fundamental ontological question: what is it all about?“
(Theodoros Terzopoulis)
Conjuring Dionysus versammelt Fotografien aus einer mehrjährigen künstlerischen Forschung, die sich zwischen Tanz, Ritual, Mythos und urbaner Gegenwart bewegt. Die Arbeiten entstanden in der intensiven Zusammenarbeit von Alexander Wenzlik und Sebastian Korp zwischen 2022 und 2026 und dokumentieren nicht nur performative Prozesse, sondern entwickeln eine eigene bildnerische Sprache: roh, archaisch, körperlich und zugleich von einer traumartigen Intimität geprägt.
Die Ausstellung schlägt dabei eine Brücke zwischen den beiden Tanzstücken Dionyzoé (2024) und Urban Dionysus (2026), die sich auf unterschiedliche Weise der Figur des Dionysos annähern. Während Dionyzoé den Dionysos-Mythos als naturverbundene, rituelle und ekstatische Kraft erforschte, verlagert Urban Dionysus diese Energie in den heutigen Stadtraum. Dionysos erscheint hier nicht mehr nur als mythologische Figur, sondern als gegenwärtige körperliche Erfahrung: als Irritation urbaner Ordnung, als Zustand von Verwandlung, Ekstase und radikaler Präsenz.

Die Fotografien zeigen unterschiedliche Erscheinungsformen dieser Reise: Dionysus-Zagreus als jugendlicher Jäger in der Natur, winterliche Ritualtänze der Mänaden, maskierte Körper zwischen Mensch und Tier bis hin zur Epiphanie des Dionysos im urbanen Raum. Die Bilder bewegen sich dabei zwischen Dokumentation und Vision: sie halten flüchtige Momente fest, in denen Tanz, Körper und Mythos ineinander übergehen.
So wird Conjuring Dionysus selbst zu einer Anrufung: einer visuellen Spurensuche nach dem Dionysischen in einer Gegenwart, die zwischen Kontrolle und Sehnsucht nach Entgrenzung oszilliert.

