anicca lava Alexander Wenzlik und Seda Büyüktürkler

18/05/2013
8:30 pm

anicca lava ist ein Butohtanzstück über die Unbeständigkeit allen Seins.

anicca bedeutet, dass sich ausnahmslos alles im Fluss der Vergänglichkeit befindet. Diese Unausweichlichkeit bildet das Fundament unseres Alltags und macht gleichzeitig seine bedingungslose Extremität aus. Lava steht als Bild für den gnadenlos fließenden, treibenden, kochenden, explodierenden aber auch erstarrenden und zerbrechenden Alltag.

In anicca lava setzen sich die beiden Butohtänzer Alexander Wenzlik und Seda Büyüktürkler mit der Frage auseinander, was mit dem Körper in dieser Spannung zwischen Vergänglichkeit, permanenter Veränderung und alltäglicher Gleichheit und Wiederholung geschieht.

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Zunächst ein bewusstloser Zustand, ein Sein ohne Bewusstsein. Wir sind im Schlaf. Versöhnt mit unserem Innern, mit Allem. Wir sind nach innen gerichtet, tief nach innen schauen wir in die Dunkelheit, in unsere eigene Nacht. Träumend fließen wir zu unseren Schmerzen und Hoffnungen.

Dann eine Ahnung. Ein Windhauch. Ein Atmen des Universums bewegt … Ein Zittern, ein Schaudern, ein Räuspern des Universums schafft Bewusstsein…

Alles kommt in Bewegung: Körper und Elemente. Bewusstwerdung. Wille und Wollen. Drang nach Veränderung. Suchen. Alltag.
Glück, Hass, Zorn, Widerstand, Kraft, Intuition. Schöpfen, Erschaffen.
Erinnerungen. Angst. Extreme, schneller, schneller, noch schneller, weiter. Blitzartiger Donner. Immer weiter. Ausweichen, einknicken. Doch die Kraft der Vergänglichkeit treibt unaufhörlich.
Exzess des Alltags. Fließbandartige, extrem unstabile, fast Kollaps artige Zustände. Getriebene Arbeiter. Stromschläge. Körpersysteme, die kollabieren. Wie eine Sanduhr fließt alles bis zur Leere…

Aus dem Zusammenbruch, aus der Leere des Geistes und des kaputten Körpers taucht im Dazwischen eine Ahnung von etwas Früherem, von etwas Verlorenem, Verbindendem auf…

Tanz und Choreography: Alexander Wenzlik und Seda Büyüktürkler
Light design: Stefan Sendsitzky
Lighting engineering: Rainer Ludwig
Audio engineering: Peer Quednau

Premiere: 19.10.2012, Theater Halle 7, München
Length: 60 Min.

Tickets: € 16.-/10.-